Erfolgsgeschichten aus unserer Arbeit
- 27. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 1. Mai
Zurück ins Leben nach dem Biss – Ein Weg aus der Kynophobie
Hunde sind für viele von uns treue Begleiter, Seelentröster und Familienmitglieder. Doch was passiert, wenn ein traumatisches Erlebnis diese Bindung von einer Sekunde auf die andere zerstört? In unserer Reihe „Erfolgsgeschichten aus unserer Arbeit“ möchten wir heute von einer Klientin berichten, deren Alltag durch eine Hundephobie (Kynophobie) komplett zum Stillstand kam.
Der Vorfall: Wenn der Beruf zur Gefahr wird
Die Patientin, eine engagierte Mitarbeiterin im Pflegedienst, wurde während ihrer Arbeit von einem schwarzen Hund schwer in den Unterarm gebissen. Was physisch verheilte, hinterließ psychisch tiefe Spuren. Die Angst vor Hunden wurde so übermächtig, dass sie weder ihren Beruf ausüben noch ihren normalen Alltag bewältigen konnte. Jeder Spaziergang, jede Begegnung auf der Straße wurde zur unüberwindbaren Hürde.
Die Blockade in der Therapie
Nach einem halben Jahr in klassischer psychologischer Behandlung stockte der Fortschritt. Die Hundephobie war so präsent, dass sie alle anderen therapeutischen Themen überlagerte. An diesem Punkt wurde klar: Um die psychische Stabilität wiederherzustellen, muss die Angst vor dem Hund direkt und praktisch angegangen werden. So fand sie den Weg zu uns.
Die „MutWoche“: 7 Tage, die alles veränderten
Gemeinsam mit der Kynophobie-Expertin Maria Siebert führten wir eine Intensiv-Woche – unsere MutWoche durch. Das Ziel war nicht die sofortige „Heilung“, sondern das Legen eines soliden Fundaments und das Erlernen von Werkzeugen für den Alltag.
Der Prozess war beeindruckend:
Tag 1: Die Klientin konnte sich unserem Therapiebegleithund nur auf 10 Meter Entfernung nähern. Die körperliche Anspannung war greifbar.
Die Arbeit: Durch kleinteilige Schritte, fundiertes Wissen über Hundeverhalten und die professionelle Begleitung von Maria Siebert bauten wir schrittweise Sicherheit auf.
Tag 7: Am Ende der Woche geschah das, was zu Beginn unmöglich schien: Sie konnte den Hund nicht nur in ihrer Nähe dulden, sondern ihn aktiv führen und sogar anfassen.

„Es geht nicht darum, keine Angst mehr zu haben, sondern die Werkzeuge zu besitzen, um die Angst zu steuern, statt von ihr gesteuert zu werden.“
Ein neuer Grundstein für die Zukunft
Die MutWoche war der entscheidende Durchbruch. Die Klientin hat nun wichtige Werkzeuge an der Hand, um zu Hause weiter an ihrer Genesung zu arbeiten und langfristig in ihren geliebten Beruf im Pflegedienst zurückzukehren.
Diese Geschichte zeigt uns einmal mehr, warum wir unsere Arbeit machen: Um Menschen dabei zu helfen, sich ihre Freiheit und Lebensqualität Stück für Stück zurückzuerobern.

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